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Was ist eine ISO 45001 Zertifizierung?

Die Zertifizierung im Arbeitsschutzmanagement

Der Arbeitsschutz wird für viele Unternehmen immer wichtiger, sodass auch immer mehr Firmen ein Arbeitsschutzmanagementsystem integrieren. Dieses Arbeitsschutzmanagementsystem kann, wie andere Managementsysteme auch, zertifiziert werden. Aber wofür steht eine ISO 45001 Zertifizierung überhaupt? Was kann man sich unter der Definition vom Begriff Zertifizierung vorstellen? Eine Zertifizierung stellt eine Sonderform der Konformitätsbewertung dar. Der Begriff Konformität beschreibt dabei den Vorgang, der bestimmte Anforderungen, die an einen Prozess, ein Produkt, ein System oder eine Person gestellt werden, auf deren Erfüllung prüft. Eine Konformitätsbewertung kann durch unterschiedliche Stellen durchgeführt werden. So stellt eine Herstellererklärung eine Option der Konformitätsbewertung dar. Eine Weitere Möglichkeit ist zudem die Durchführung der Konformitätsbewertung durch eine unabhängige Zertifizierungsstelle. Das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit ist ein Beispiel einer Konformitätsbewertung.


Warum ist eine Zertifizierung nach der Norm DIN EN ISO 45001 so wichtig?

Ähnlich wie eine Selbst- oder Herstellererklärung ist auch eine Zertifizierung nach der Norm für Arbeitsschutzsysteme eine Form der Konformitätsbewertung. Hersteller- bzw. Selbsterklärungen werden, wie der Name bereits andeutet, von einem Unternehmen selbst erstellt, weshalb es diesen Konformitätsbewertungen oft an Objektivität und Glaubwürdigkeit mangelt. Externe Personen können oftmals nicht nachvollziehen, ob Anforderungen auch tatsächlich erfüllt werden. Diesen Problem wirkt eine Zertifizierung entgegen. Wenn Sie Ihr Arbeitsschutzmanagementsystem zertifizieren lassen, so wird die Zertifizierung von einer unabhängigen dritten Partei durchgeführt. Aber auch der Begriff Zertifizierung ist nicht geschützt, sodass auch eine Zertifizierung von jeder Person oder Organisation durchgeführt werden könnte, auch wenn deren Objektivität bzw. Neutralität nicht sichergestellt ist.

Damit Ihr Arbeitsschutzmanagement Zertifikat auch wirklich glaubwürdig ist, sollten Sie Ihre Zertifizierung nur von akkreditierten Zertifizierungsstellen durchführen lassen. Der Begriff Akkreditierung beschreibt die formelle Anerkennung der Kompetenz einer Organisation, bestimmte Aufgaben durchzuführen. Die Akkreditierung ist in Deutschland in Übereinstimmung mit der VO (EG) Nr. 765/2008 im Akkreditierungsstellengesetz (AkkStelleG) geregelt. Die Deutsche Akkreditierungsstelle DAkkS ist die einzige Akkreditierungsstelle der Bundesrepublik Deutschland. Wenn Sie Ihr Managementsystem zertifizieren lassen, so besteht der Hauptvorteil der Beauftragung einer akkreditierten Zertifizierungsstelle vor allem in der Glaubwürdigkeit Ihrer Zertifizierung. Für ein Arbeitsschutzmanagementsystem nach ISO 45001 hat die Beauftragung einer akkreditierten Zertifizierungsstelle zudem auch steuerliche Vorteile. Unternehmen können so nur von der EEG-Umlage befreit werden, wenn ihr Energiemanagementsystem von einer akkreditieren Zertifizierungsstelle geprüft wurde.


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Anwendungsbereiche der Zertifizierung im Arbeitsschutzmanagement

Wenn Sie eine Zertifizierung im Arbeitsschutzmanagement vornehmen lassen, so handelt es sich dabei um eine Systemzertifizierung. Jedoch können auch andere Bereiche zertifiziert werden. Im folgenden finden Sie eine Übersicht über die verschiedenen Zertifizierungsarten.

Produktzertifizierung:
Bei der Produktzertifizierung wird die Erfüllung von Qualitätsanforderungen an ein Produkt durch eine unabhängige Stelle geprüft.
Ein Beispiel ist das GS-Zeichen (geprüfte Sicherheit).

Systemzertifizierung:
Eine Systemzertifizierung liegt vor, wenn die Einhaltung von Anforderungen einer Norm oder anderer Regelwerke durch eine unabhängige dritte Stelle geprüft wird.

Beispiel: Zertifizierung von
  • Qualitätsmanagementsystemen ISO 9001
  • Umweltmanagementsystemen ISO 14001
  • Energiemanagementsystemen ISO 50001
  • Arbeitsschutzmanagementsystemen ISO 45001

Personalzertifizierung:
Werden Personen zertifiziert, prüft die unabhängige Stelle die Kompetenz von Einzelpersonen auf der Grundlage festgelegter Qualitätsanforderungen.
Beispiel: QM-Personal, UM-Personal (z.B. Managementbeauftragter etc.)

Video: High Level Structure der Arbeitsschutznorm

Video: ISO 45001 – Vorteile und Nutzen


Wie bereitet man eine Zertifizierung im Arbeitsschutzmanagement nach ISO 45001 vor?

Bevor Sie Ihr Managementsystem nach der Arbeitsschutzmanagementnorm zertifizieren lassen können, muss dieses im Unternehmen implementiert und durch interne Audits kontinuierlich verbessert werden. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über die wichtigsten Schritte, die bei der Einführung und Aufrechterhaltung eines Arbeitsschutzmanagementsystems durchzuführen sind. So gelingt Ihnen der Aufbau des Systems problemlos!

Schritt 1: Vorbereitung zur Einführung eines Arbeitsschutzmanagement System nach der Norm ISO 45001

Nehmen Sie zuerst eine ausführliche Betriebsbegehung durch und erkunden Sie die aktuelle Unternehmenssituation, hierbei müssen Sie speziell auf Faktoren des Arbeitsschutz und der Arbeitssicherheit achten! Legen Sie für die Einführung vom Arbeitsschutzmanagementsystem ein Projektteam fest. Dies wird in der Regel durch einen Projektleiter, Mitarbeiter des Unternehmens aber auch oftmals externe Berater zusammengestellt. Nachdem Sie nun für Ihr Projekt zur Einführung vom Arbeitsschutzmanagementsystem und der ISO 45001 Zertifizierung den verantwortlichen Personenkreis festgelegt haben, gilt es einen Projektplan zur Festlegung der Zeiten und anstehenden Arbeiten auszuarbeiten.

Da nur entsprechend geschulte Mitarbeiter das Unternehmen sicher zur Zertifizierung nach der Arbeitsschutzmanagementnorm führen können, muss nun eine Schulung der Mitglieder des Projektteams sowie der das Arbeitsschutzmanagementsystem betreffenden Mitarbeiter stattfinden. Anschließend sollte auf Ihrem Weg zur Zertifizierung ein Kickoff-Meeting für alle das Projekt betreffenden Personen und Mitarbeiter (Geschäftsleitung, Betriebsverantwortliche, Betriebsbeauftragte, Projektteam) durchgeführt werden. Danach müssen Sie für Ihr zukünftiges Managementsystem eine betriebliche Arbeitsschutz- und Gesundheitsschutzpolitik aufsetzen und im Unternehmen bekannt geben.

Schritt 2: Bestandsaufnahme und Bewertung eines Arbeitsschutzmanagement Systems

Legen Sie den Betrachtungszeitraum, Betriebseinheiten und Ansprechpartner zum Managementsystem fest. Auf dem Weg zu Ihrer Zertifizierung nach der Norm für Arbeitsschutzsysteme müssen Sie nun mit der Analyse und Bewertung aller vorhandenen arbeits- und gesundheitsschutzrelevanten Informationen, Aufzeichnungen und Dokumente fortfahren, um anschließend die Einhaltung dieser Faktoren durch eine „Legal-Compliance“ zu bestätigen. Ermitteln Sie anschließend im Rahmen Ihres zukünftigen Managementsystems die Gefährdungen für den Arbeitsschutz im Unternehmen und gleichen Sie diese für Ihre Zertifizierung mit den bisherigen gesetzlich geforderten Gefährdungsanalysen ab.

Nachdem Sie die Gefährdungen im Rahmen des Arbeitsschutz ermittelt haben, folgt die Risikoeinschätzung dieser arbeits- und gesundheitsschutzrelevanten Prozessabläufe und Tätigkeiten im Unternehmen. Danach erfassen und bewerten Sie alle im Unternehmen vorhandenen Arbeitsschutzmaßnahmen sowie die bisher festgelegten Lenkungsmaßnahmen. Dies führt Sie zur Aufnahme und Beurteilung aller nicht konformen Begebenheiten zu Normvorgaben und Gesetzesvorgaben. Für die spätere Zertifizierung im Arbeitsschutzmanagement muss nun ein Arbeits- und Gesundheitsrechtskataster mit allen zutreffenden Gesetzen, Verordnungen, Verwaltungsvorschriften, Satzungen, technischen und berufsgenossenschaftlichen Regeln erstellt werden. Zum weiteren Vorgehen und der Einführung vom Arbeitsschutzmanagementsystem im Unternehmen zur späteren Zertifizierung im Arbeitsschutzmanagement muss eine Prioritätenliste zur Umsetzung des bei der Aufnahme festgestellten Handlungsbedarfes festgelegt werden.

Schritt 3: Aufbau vom Gesundheits- und Arbeitsschutzmanagement System

Formulieren Sie für Ihre ISO 45001 Zertifizierung die betriebliche Arbeitsschutzmanagement- und Gesundheitsschutzpolitik (Den Entwurf hierzu haben Sie ja bereits im ersten Schritt erstellt). Nun können Sie Ihre Arbeitsschutzmanagement- und Gesundheitsschutzziele sowie Verbesserungs- und Korrekturmaßnahmen aus der Bestandsaufnahme ableiten. Folgen sollte Ihre erste Informationsveranstaltung für die betreffenden Mitarbeiter des Unternehmens mit Vorstellung von Politik, Zielen und Programmen zum Arbeitsschutzmanagementsystem. Weiter müssen Kennzahlen für Tätigkeiten, Produkte und Dienstleistungen, welche Auswirkungen auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz haben, festgelegt werden, damit diese bei der späteren Zertifizierung überprüft werden können.

Gehen Sie auf dem Weg zu Ihrer Zertifizierung ans Festlegen der betrieblichen Arbeitsschutzmanagement und Gesundheitsschutzorganisation (Aufbauorganisation) mit Bestellung der betrieblichen Beauftragten, sowie deren Stellen- bzw. Funktionsbeschreibungen. Ermitteln Sie nun den Schulungsbedarf zur Einführung eines Arbeitsschutzmanagementsystems und führen Sie diese Schulungen durch. Legen Sie für Ihr Arbeitsschutzmanagementsystem die internen und externen Kommunikationsverantwortlichen (intern: Aushänge, Betriebsversammlungen etc.; extern: Behörden, Kunden, Nachbarn etc.) fest, die auch bei der Zertifizierung eine wichtige Rolle spielen! Bauen Sie ein Notfallmanagement (Verhaltensweisen bei potentiellen Notfallsituationen und Notfallvorsorge) auf! Planen Sie die Ablauforganisationen vom Managementsystem nach ISO 45001. Erstellen Sie die Dokumentation von Ihrem Arbeitsschutzmanagementsystem inklusive Verfahrensanweisungen, Betriebsanweisungen und Arbeitsanweisungen für Ihre Zertifizierung.


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Weitere Schritte der Zertifizierung

Leider waren dies noch nicht alle Schritte vom Zertifizierungsablauf, welche Sie zur Umsetzung der Einführung eines Arbeitsschutzmanagementsystems in Ihrem Unternehmen gehen müssen.

Weitere Schritte sehen wie folgt aus:

4. Schritt: Kontroll- und Korrekturmaßnahmen festlegen und durchführen
5. Schritt: Internes Audit planen und durchführen
6. Schritt: Arbeitsschutzmanagementbewertung (Review)
7. Schritt: Vorbereitungsarbeiten zum Arbeitsschutzmanagement nach ISO 45001
8. Schritt: Fortlaufende Arbeiten zur Aufrechterhaltung vom Arbeitsschutzmanagementsystem

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